ROTWEINE
  • 3. APRIL 2017
  • 4 min
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Brunello di Montalcino Biondi Santi 2001, der Brunello

Bei Freunden bin ich auf eine Kultflasche gestoßen, den Brunello di Montalcino Biondi Santi 2001, von dem ich euch erzählen möchte. Ein Wein, der nach über 15 Jahren noch vollkommen intakt war, mit sogar blumigen Aromen, aber nicht von verwelkten Blüten, fruchtig, aber nicht überreif oder marmeladenartig...

Alessandro Genova

von Alessandro Genova
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Brunello di Montalcino Biondi Santi 2001, der Brunello

Bei Freunden bin ich auf eine Kultflasche gestoßen, den Brunello di Montalcino Biondi Santi 2001, von dem ich euch erzählen möchte. Ein Wein, der nach über 15 Jahren noch vollkommen intakt war, mit sogar blumigen Aromen, aber nicht von verwelkten Blüten, fruchtig, aber nicht überreif oder nur marmeladenartig.


Aber der Reihe nach. Die Geschichte des Brunello beginnt in den 1880er Jahren dank der Familie Biondi Santi auf der Tenuta del Greppo in Montalcino. Es war die Zeit, in der Baron Ricasoli das Rezept für Chianti als Sangiovese-basierten Wein kodifizierte, der jedoch nie sortenrein auftreten sollte – im Gegenteil, in der Cuvée fanden auch weißbeerige Trauben ihren Platz.


Ferruccio Biondi Santi hingegen selektierte die besten Klone des Sangiovese grosso, pflanzte ihre Setzlinge auf amerikanischer Unterlage und vinifizierte sie sortenrein. Er etablierte sehr strenge Produktionsstandards, indem er die Erträge pro Hektar drastisch reduzierte – so sehr, dass die Praxis der manuellen Auslese der besten Früchte bis heute weitergegeben wird.

Im Laufe der Zeit hat der Brunello di Montalcino immer mehr Anerkennung gewonnen, auch dank des kontinuierlichen Antriebs der Familie Biondi Santi zur Produktion von Qualitätsweinen. Er gehörte zu den ersten Weinen Italiens, der Anfang der 1960er Jahre die DOC-Anerkennung erhielt, und weniger als zwei Jahrzehnte später die DOCG.

Die Tenuta del Greppo erstreckt sich über ein Hügelgebiet auf 400–500 Metern über dem Meeresspiegel auf einer Fläche von 150 Hektar, davon 25 mit Sangiovese grosso bepflanzt. Die nach Norden, Nordosten, Osten und Südosten ausgerichteten Weinberge des Guts sind auf mageren, sehr galestro-reichen Böden angelegt. Das tendenziell trockene Mikroklima während der Traubenreife sowie die starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sind die idealen Bedingungen, die eine vollständige Entfaltung der Aromen und der Struktur des Brunello ermöglichen.

Der Brunello Biondi Santi wird aus mindestens 10 Jahre alten Reben produziert, mit Erträgen pro Hektar, die 45 Doppelzentner nicht überschreiten. Nach der Handlese, dem Entrappen und dem Keltern vergärt die Traube mehr als zwei Wochen lang in großen Betonbehältern bei kontrollierter Temperatur. In dieser Phase werden zwei tägliche Umpumpvorgänge durchgeführt, damit der Trester-Hut stets benetzt bleibt und unerwünschte Gärungen vermieden werden. Nach dem Abstechen folgt die malolaktische Gärung. Der neue Wein lagert anschließend in großen Eichenfässern aus Slavonien und verbleibt dort bis zum Ende des vierten Ausbaujahrgangs vor der Abfüllung.

Kommen wir zur Verkostung.

Brunello di Montalcino Biondi Santi 2001

Der Jahrgang 2001 zeichnete sich durch einen sehr positiven klimatischen Verlauf für den Weinberg von Montalcino aus. Ein grundsätzlich trockenes Jahr mit einem kalten Winter und einem Frühling mit unterdurchschnittlichen Temperaturen. Anschließend kam es zu einer guten vegetativen Erholung ab dem Fruchtansatz und durch den gesamten warmen Sommer hindurch. Die Lese begann in der zweiten Septemberdekade und gilt allgemein als außergewöhnlich, mit der Ernte gesunder, extrakt- und säurereicher Trauben.

Von intensivem und leuchtendem Granatrot zeigt der Wein bald eine bemerkenswerte Breite des olfaktorischen Spektrums. Das Glas entfaltet sofort Aromen von Rose und Veilchen, gefolgt von rotem Obst, Heidelbeere und Sauerkirsche im Vordergrund. Dann kommen charakteristische Noten hinzu, die auf eine beginnende Tertiärentwicklung hinweisen: Unterholz, Lakritze, Schokoladen-Röstaromen, Gewürze und Balsam im Abgang. Am Gaumen spüren wir die große Struktur, feinste Tannine, die sich mit einer ausgeprägten Salzigkeit und einer noch deutlichen Säure verbinden, die gut durch den Alkohol und die schöne Weichheit ausbalanciert wird. Sehr anhaltend im Abgang auf mentholartigen und balsamischen Noten, zeichnet er sich noch durch seine entschiedene Jugendlichkeit und große Frische aus.

Ein bedeutender, sehr eleganter Wein mit verfeinerten Aromen und einem aristokratischen Schluck. Noch ein junges Exemplar, das wir beruhigt in weiteren 15 Jahren hätten öffnen können. Wir haben ihn zu hervorragenden gefüllten Kalbsröllchen verkostet, hätten ihn aber auch zu Braten und Wild servieren können. Schade, keine weitere Flasche zur Hand zu haben, um den Vergleich zu machen.

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