ROTWEINE
  • 23. FEBRUAR 2015
  • 2 min
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Aus dem Latium: Nero Buono di Marco Carpineti

Das Weingut Marco Carpineti liegt in Cori, südlich von Rom, und befindet sich seit mehreren Generationen im Familienbesitz. Marco, der aktuelle Eigentümer, hat seit 1994 biologische Produktionsmethoden übernommen. Das Weingut verfügt derzeit über rund vierzig Hektar Weinberge...

Angelo Becchio

von Angelo Becchio
Sommelier

Aus dem Latium: Nero Buono di Marco Carpineti

Das Weingut Marco Carpineti liegt in Cori, südlich von Rom, und befindet sich seit mehreren Generationen im Familienbesitz. Marco, der aktuelle Eigentümer, hat seit 1994 biologische Produktionsmethoden übernommen.

Derzeit umfasst das Weingut rund vierzig Hektar Weinberge mit Süd-Südwest-Ausrichtung in den Lagen Capolemole, Pezze di Ninfa und Valli San Pietro, auf vulkanischem Boden, der reich an Skeletterde und Tuff ist und allen Weinen eine ausgeprägte mineralische Komponente verleiht.
Hier werden unter den Weißweinen Bellone, l'Arciprete Bianco und zwei Sorten der Greco-Traube angebaut, und unter den Rotweinen Montepulciano, Cesanese sowie der Nero buono di Cori, dessen Verkostung wir Ihnen hier vorstellen.

Die Rebsorte Nero buono ist autochthon in der Gemeinde Cori in der Provinz Latina, wo sich nahezu die gesamte Produktion konzentriert. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass sie in der Antike für die Bauern der Festwein war, der nur zu besonderen Anlässen getrunken wurde. Im Laufe der Zeit wurde sie zum Verschnittwein herabgestuft, aufgrund des hohen Gehalts an Anthocyanen, der eine hervorragende Qualität auch bei sehr langer Reifung gewährleistet, jedoch eine sorgfältige Verarbeitung erfordert, um keinen kantigen und schwer trinkbaren Wein zu erzeugen, insbesondere in jungen Jahren.

Wir verkosten den Nero Buono 2010 Lazio IGT Apolide; der Name „Apolide" steht für einen jahrelangen Streit mit dem Ministerium, das sich weigert, diese Rebsorte mit Cori zu verknüpfen, und sie lediglich als „Nero Buono" einträgt.
Im Aussehen präsentiert er sich als sehr tiefes Rubinrot mit einigen orangefarbenen Reflexen, aber dennoch sehr leuchtend.
In der Nase zeigt er deutlich Aromen von Sauerkirsche in Likör und Pflaume, mit balsamischen Noten und leicht entwickelten Tönen.
Im Abgang fällt eine sehr ausgeprägte Säure und ein noch unausgewogener, etwas verschlossener Geschmack auf. Das taktile Empfinden, ein kräftiges Tannin und die strukturierte Säure unterstreichen die Notwendigkeit einer weiteren Flaschenreife, um einen Wein zu erhalten, der jedoch große Freude bereiten kann.

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