WEISS- & ROSÉWEINE
  • 7. DEZEMBER 2018
  • 4 min
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Ribolla Gialla Tiare, autochthon und modern

Wir haben Tiare bereits kennengelernt und seinen großartigen Sauvignon blanc verkostet, der vielfach ausgezeichnet und in der Weinwelt inzwischen sehr bekannt ist. Aber Tiare ist nicht nur Sauvignon: Es ist ein solides Weingut, das in Dolegna del Collio in der Provinz Gorizia liegt, ein...

Alessandro Genova

von Alessandro Genova
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Ribolla Gialla Tiare, autochthon und modern

Wir haben Tiare bereits kennengelernt und seinen großartigen Sauvignon blanc verkostet, der vielfach ausgezeichnet und in der Weinwelt inzwischen sehr bekannt ist.

Aber Tiare ist nicht nur Sauvignon: Es ist ein solides Weingut, das in Dolegna del Collio in der Provinz Gorizia liegt, eine Cantina, die seit mehr als dreißig Jahren tätig ist und sich über mehr als 10 Hektar erstreckt, hauptsächlich am nordöstlichen Hang des Collio friulano. Dieses Gebiet, umgeben von den Karnischen und Julischen Alpen an der Grenze zu Slowenien, weist sehr günstige pedoklimatische Bedingungen für den Weinanbau auf. Heute sprechen wir über die Ribolla Gialla von Tiare.

Die Ribolla Gialla ist eine alte autochthone Rebsorte, die seit der Römerzeit in ihrem Exzellenzgebiet angebaut wird, nämlich auf den grünen Hügeln des Friaul. Diese für das Territorium zentrale Traube ist sehr kräftig, mit spätem Austrieb und später Reife und hat einen charakteristischen Namen. Früher, aufgrund der massiven Menge an Apfelsäure, die sie enthielt, begann der fertige Wein noch zu gären, sobald er eingeschenkt und vor dem Trinken ins Glas gegeben wurde. Heute jedoch, dank der Vinifikation und anschließenden Reifung bei kontrollierten Temperaturen, bringt die Ribolla Gialla außergewöhnlich elegante, frische und aromatische Weine hervor.

Das Gebiet, in dem das Weingut liegt, hat sich im Laufe der Zeit durch die Verwitterung von geschichtetem Mergel und Sandstein gebildet, mit einem mineralreichen und tendenziell tonigen Untergrund. Das Vorhandensein von Kieselsteinen zwischen den Weinbergen hat einen wichtigen thermischen Effekt in einem Umfeld mit großen Temperaturschwankungen zwischen Nacht und Tag und zwischen den Jahreszeiten: Tagsüber absorbieren sie die Sonnenwärme und geben sie nachts langsam wieder ab, was den Temperaturabfall hemmt und so die optimale Reifung der Trauben begünstigt.

Die Weinberge, in denen die Ribolla Gialla Tiare erzeugt wird, sind auf schluffig-tonigen Böden gepflanzt und werden nach dem Guyot-System mit einer Pflanzendichte von 4500 Stöcken pro Hektar bewirtschaftet. Im Weinberg wird umweltschonende Landwirtschaft betrieben, die entsprechend naturschonend ist. Im Weinberg wird der Schnitt mehrmals durchgeführt, und eben deshalb ist die Ausdünnung sehr streng, sodass nur die besten Trauben für die Vinifikation ausgewählt werden. Die Lese erfolgt von Hand und wird in der letzten Dekade des Septembers durchgeführt.

Im Keller wird nach einem sanften Pressen die Vinifikation mit einer kurzen Maischung durchgeführt, gefolgt von der statischen Dekantierung des Mostes, die die Ausscheidung der gröberen Verunreinigungen ermöglicht. Anschließend vergärt der Most im Edelstahltank bei kontrollierter Temperatur. Der Wein reift auf der Feinhefe bis März, damit sein gesamtes aromatisches Potenzial extrahiert wird, bevor er abgezogen und anschließend abgefüllt wird.

Kommen wir nun zur Verkostung des Weins.

Collio Ribolla Gialla 2017

Der Wein präsentiert sich im Glas mit einem wunderschönen, lebhaften Strohgelb, einer absolut kristallklaren Farbe. Beim Schwenken bilden sich an den Glaswänden dichte, nicht besonders dicke Weinbögen, die langsam herabfließen. Die Nase drückt sofort ein verführerisches Zitrusaroma aus, nach Ananas, dann Pfirsich zusammen mit Noten von gelben Mimosenblüten, Ginster und Trockenfrüchten, Nuancen von Muskatnuss, balsamischen Spuren, Heu und einem mandelartigen Ton im Abgang. Am Gaumen ist der Wein trocken, knackig, besticht aber durch Würze und Frische, auch wenn er durch Weichheit gut ausbalanciert ist und einen gut integrierten Alkohol aufweist (12,5°). Lang ist der mineralische Nachhall, der ihn sehr persistent macht, schön die Struktur.

Es ist ein Wein, der perfekt zu Fischgersten als erste Gänge passt, ebenso empfehlenswert zu Meeresfrüchte-Antipasti und Krustentieren. Ohne dabei die Kombination mit Frittiertem zu vernachlässigen, dank der bemerkenswerten Sauberkeit, die seine Frische im Mund hinterlässt.

Geschmeidig und überraschend, ein Wein der Tradition, aber gleichzeitig außergewöhnlich zeitgemäß.

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