ROTWEINE
  • 22. MAI 2015
  • 4 min
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Opera Prima, Ruchè di Castagnole Monferrato

Wir haben bereits über den Ruchè di Castagnole Monferrato im Zusammenhang mit den Weinen von Montalbera und Franco Morando gesprochen. Wir kommen erneut darauf zurück, um die Opera Prima von Luca Ferraris vorzustellen – eine andere Interpretation des Ruchè und seines Terroirs. Die Beze...

Alessandro Genova

von Alessandro Genova
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Opera Prima, Ruchè di Castagnole Monferrato


Wir haben bereits über den Ruchè di Castagnole Monferrato im Zusammenhang mit den Weinen von Montalbera und Franco Morando gesprochen. Wir kommen erneut darauf zurück, um die Opera Prima di Luca Ferraris vorzustellen – eine andere Interpretation des Ruchè und seines Terroirs.

Die Denomination – die wir daran erinnern, seit 2010 eine Docg ist – erstreckt sich über 136 Hektar in 7 Gemeinden des Monferrato Astigiano. Im Anbaugebiet vinifizieren rund achtzig Betriebe verschiedene Versionen des Ruchè, einem Nischenwein, der aus der gleichnamigen seltenen autochthonen Rebsorte hergestellt wird.

Die Traube, die sich sicherlich nicht durch einen besonders reichen Polyphenolgehalt in der Schale auszeichnet, würde normalerweise einen duftigen Wein mit zarten Blütenaromen ergeben, der für die Alterung kaum geeignet ist. Das Projekt Opera Prima kehrt dieses Paradigma um und wird zum Sinnbild dafür, wie die Interpretation des Terroirs, verbunden mit sorgfältiger Arbeit im Weinberg und im Keller, zu wirklich überraschenden Ergebnissen führen kann.

Doch der Reihe nach.

Die Geschichte des Weinguts beginnt in den 1920er Jahren. Aus den anfänglichen 4 Hektar umfasst das Gut heute 37 Hektar, von denen rund dreißig als Weinberg bewirtschaftet werden. Mit diesem Potenzial zählt die Produktion fast 200.000 Flaschen, ein Drittel davon Ruchè.

Für die Entstehung der Opera Prima war es unerlässlich, den geeignetsten Boden zu finden. Der Weinberg befindet sich in der Gemeinde Castagnole Monferrato, am Südhang des Hügelkamms, der sich nach Asti hin öffnet, und zeichnet sich durch eine besondere Bodenmorphologie, ein günstiges Mikroklima und eine optimale Ausrichtung aus.

An dieser Stelle sind die Böden sandig, gemischt mit Sandstein- und Mergelgesteinen, mitunter mit bedeutenden Kalkanteilen. Es handelt sich um arme Böden, auf denen die Rebe mit bescheidenem Wuchs gedeiht – eine wesentliche Voraussetzung für einen qualitätsvollen Weinbau. Die Südausrichtung ermöglicht zudem die optimale Reife der Ruchè-Beeren.

Zur Sicherung der Ernte-Exzellenz trägt auch die Reduzierung der Produktion durch die Ausdünnung der Trauben bei, eine Maßnahme, die extrem niedrige Erträge von nur 35 Doppelzentnern pro Hektar gewährleistet. Die Beeren reifen klein, aber mit dicker Schale, stark gefärbt und mit konzentriertem Saft.

Da die Trauben so reich an Zucker und Aromastoffen sind, werden sie anschließend einer Gärung in Eichenfässern unterzogen. Die Trauben weisen besondere Eigenschaften auf, wie beispielsweise den ungewöhnlichen Tanninreichtum der Kerne. Die langsame Maischestandzeit ermöglicht deren selektive Extraktion, was sich positiv auf die Weichheit und das Gleichgewicht des Weins auswirkt. Nach der verlängerten Gärung wird die Opera Prima abgezogen und ruht 24 Monate in 500-Liter-Tonneau aus Eiche zweiter Belegung, um die Farbe zu stabilisieren und die Tannine zu verfeinern. Da die Tonneau nicht neu sind, wird das sortentypische Charakter des Weins nicht durch Holzaromen verfälscht.

Nach der Abfüllung wartet der Wein auf den Abschluss der Reifung für weitere 12 Monate im Dunkeln im historischen, in den Tuffstein gehauenen Familienkeller, wo die Temperatur das ganze Jahr über konstant bleibt.

Kommen wir nun zur Verkostung des Ruchè di Castagnole Monferrato Opera Prima 2011.

Im Glas präsentiert sich die Opera Prima in einem intensiven Rubinrot von wunderschönem Glanz, am Rand leicht aufgehellt. Beim Schwenken des Kelchs fließen die Tränen langsam an der Glaswand herab – ein Zeichen für die große Struktur des Weins.

In der Nase beeindruckt er sofort durch seine olfaktorische Intensität und die Eleganz seiner Aromen. Zunächst entfalten sich Blütenaromen von Rose und Veilchen, die dann fruchtigen Noten von Kirsche, kleinen roten Früchten und Marasca-Kirsche weichen. Anschließend folgen würzige Noten von Pfeffer und Nelken, mit einem gerösteten Abschluss von Bitterkaffee und Leder. Eine ausgesprochen breite Nase.

Am Gaumen offenbart der Wein seine ganze Klasse. Warm mit seinen 15 Grad und weich, zeigt er sich sofort besonders ausgewogen mit moderater Säure und wohldosiertem Tannin. Mit der Zeit beeindrucken die klaren Retronasal-Rückkehrungen von Lakritze, die den Gaumen umhüllen und den langen geschmacklich-olfaktorischen Nachhall prägen.

Was lässt sich noch hinzufügen? Vielleicht, dass es ein Wein ist, der dadurch auffällt, dass er auf traditionelle Weise er selbst ist und zugleich überraschend modern wirkt. Ein Wein, der auch dafür gedacht ist, in einigen Jahren genossen zu werden. Wir erwarten ihn daher mit Neugier auf die Probe der Zeit.

Füge Wine at Wine zu deinen vertrauenswürdigen Quellen hinzu, um nichts zu verpassen.

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