Der Abend hatte die besten Voraussetzungen: drei Freunde, vereint durch die Leidenschaft für Wein, ein gemütliches Lokal mit einem einladenden Namen (N'Ombra de vin) und sympathische Schneidebrettchen zum Begleiten eines guten Weins!
Beim Essen waren sich alle einig, aber beim Wein? Nun, da konnten wir uns einfach nicht einigen und bestellten am Ende drei verschiedene Weingläser.
Ich bestelle nicht gern glasweise, aber in der Not…
Meine Aufmerksamkeit fällt auf den "Rosso Melograno" – ich liebe diese Frucht mit ihren erstaunlichen Eigenschaften, ich liebe ihre intensive Farbe, den Geschmack und vor allem den lebendigen Saft. Diesen Wein kenne ich jedoch nicht.
Es handelt sich um Sangiovese und Montepulciano; im Glas zeigt er sich mit einem nicht sehr leuchtenden Rubinrot und einem orangefarbenen Rand. In der Nase fällt es schwer, etwas wahrzunehmen – ich lasse ihn belüften, schwenke das Glas, doch alles, was ich wahrnehmen kann, sind die klassischen roten Früchte und ein leiser Pflaumenduft.
Der Körper ist leicht und schlank; der Wein bestätigt am Gaumen die Dürftigkeit an Wahrnehmungen und Emotionen der Nase und erweist sich am Ende als trinkbar, aber anonym.
Die Erzeuger-Cantina Roccafiore hat mich diesmal überhaupt nicht überrascht – aber wie immer werde ich diesem umbrischen Erzeuger eine zweite Chance geben, der zweifellos ein wunderschönes Territorium sein Eigen nennt, das häufig großen Weinen das Leben schenkt.
Der faszinierende Name hat mich getäuscht – ich hatte definitiv mehr erwartet! Meinen Freunden erging es jedoch nicht besser: da sagt man doch „geteiltes Leid ist halbes Leid"!
Die Bilanz des Abends ist dennoch positiv: die Freunde sind ausgezeichnet, das Lokal schön und von charmanten Frauen bevölkert, das Essen schlicht aber gut – beim Wein können wir ausnahmsweise einmal ein Auge zudrücken!





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