"Du bist doch ein Bewunderer der Cantina San Salvatore – hast du den Pinot Nero noch immer nicht probiert?"
"Warum haben die sich jetzt auch noch daran versucht?"
"Doch, ICH war bei ihnen im Weinkeller und habe ihn getrunken!"
Dieser Provokation konnte ich nicht widerstehen!
Der Pinot Nero ist sicher keine kampanische Rebsorte; sie in das Land des Aglianico zu pflanzen, könnte eine rein kommerzielle Entscheidung sein, wie es viele andere mit internationalen Rebsorten getan haben – aber nicht San Salvatore. Wenn sie etwas angehen, tun sie es mit Sorgfalt, Engagement und Perfektionismus; das wird kein gewöhnlicher Pinot del Sud sein.
Der Wein heißt Pino di Stio. Stio ist der Ort, an dem sie ihre Fiano-Reben besitzen, aus denen der hervorragende Fiano Pian di Stio entsteht – es sind die höchstgelegenen Weinberge des Betriebs, und das ist die erste kluge Entscheidung. Dort ist die Temperaturspanne sehr interessant … auf 550 Metern über dem Meeresspiegel mit Südost/Südwest-Ausrichtung. Der Boden ist tonig und kalkhaltig.
Pino di Stio, nur 1500 Flaschen – eine klare Positionierungsentscheidung, die dem Wein Exklusivität und Raffinesse verleiht und auch den Preis von rund 40 Euro rechtfertigt.
Pino di Stio – ein Wortspiel. Pino ist der temperamentvolle Peppino Pagano, erfolgreicher Hotelier an der Küste von Paestum und Gründer des Weinguts; ein Mann, dem es wichtig ist, die Dinge richtig zu machen. Man nenne ihn also: Pino..t.
Beratung durch Riccardo Cotarella – das macht die Sache noch interessanter.
Handlese und Handleitung im Weinberg, ein Ertrag von fünfhundert Gramm pro Stock, Ausbau in gebrauchten Barriques zweiter und dritter Belegung für 12 Monate sowie anschließend 18 Monate in der Flasche.
Nun aber genug der Worte! Zur Verkostung. Im Glas: Pino di Stio, I.G.P. Paestum Rosso 2011, reinsortiger Pinot Nero. Die Farbe ist ein kräftiges Rubinrot mit granatfarbenem Rand; in der Nase gibt es viel zu entdecken: rote Früchte, Sauerkirsche, Schokolade, Rauchnoten, Unterholz, ein leicht marsalaartiger Ton, Tabak und Pfeffer. Am Gaumen ist der Tannin präsent und spürbar, gleichzeitig aber fein und elegant; gute Säure und eine sehr ausgewogene Struktur.
Wir haben es hier mit einem großen Pino zu tun – vielleicht sogar mit zweien!
Eine weitere gewonnene Wette für dieses wunderbare Weingut.





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